Harry Brown (Film)

“Das ist nicht Nordirland, Harry.” (Alice Frampton) - “Nein, ist es nicht. Diese Menschen da, die haben für etwas gekämpft, für eine Sache. Für die da draußen ist es nur unterhaltsam.” (Harry Brown)

In einer Problemgegend Londons, voller Jugend- und Drogenkriminalität, versucht der Renter Harry Brown (Michael Caine) ein ruhiges Leben zu führen. Er besucht seine komatöse Frau im Krankenhaus und spielt mit seinem Freund Leonard (David Bradley), der von einer Gang belästigt wird, Schach in einem Pub.

Als Harry ins Krankenhaus gerufen wird, weicht er der Unterführung in der die Gang, unter der Führung von Noel (Ben Drew), oft abhängt und kommt somit zu spät. Nach der Beerdigung bricht es aus Leonard heraus, dass er sich das nicht länger gefallen lässt, da ihm die Polizei auch nicht helfen will.

Nach dessen Ermordung hat Harry, früher ein Royal Marine der in Nordirland kämpfte, nichts mehr zu verlieren und beginnt einen Rachefeldzug, den auch die Ermittlerin Frampton (Emily Mortimer) mit ihrem Partner zunehmend auf den Plan ruft.

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Der Charakterdarsteller Sir Michael Caine muss in dieser Rolle nicht viel machen, wie es rüberkommt, da er eine absolute schauspielrische Größe ist, der schon unzählige Preise entgegennehmen durfte. Bei ihm wird man durch das Zusehen, sehr unterhaltsam bereichert.

Emily Mortimer als zierliche, aber harte Polizistin ist auch gut gespielt – sie durchschaut Harry nach und nach immer mehr. Der Ganganführer Noel wird durch Ben Drew verkörpert, welcher den meisten als Sänger Plan B bekannt sein dürfte, der hier sein schauspielerisches Talent zeigt.

Die weiteren Rollen stehen nicht ganz im Vordergrund, aber eine Besonderheit ist noch zu erwähnen das drei Schauspieler bei der Serie “Game of Thrones” mitspielen – David Bradley als Leonard, Iain Glen als Polizist und Liam Cunningham als Pub-Besitzer.

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Mit diesem Film hatte der Regisseur Daniel Barber sein Spielfilmdebüt und zeigt schonungslos ein Milieu voller Gewalt und die zugrundeliegende Perspektivenlosigkeit. Die Kulisse bringt hauptsächlich eine Plattenbausiedlung in London – diese in “grau” gehalten bringt den Film auf eine gute Athmosphäre, die sehr passend ist.

Für mich beginnt der Film relativ ruhig, baut sich aber mit zunehmnder Dauer sehr rasant auf, bis es gegen Ende es zum Kollaps kommt und die Spannungen eskalieren. Das Ende ist etwas, wie soll ich sagen – nicht ganz glaubwürdig, aber das ist meine Meinung.

Da der Sänger Plan B wie oben geschrieben, mitspielt, hat er es sich auch nicht nehmen lassen das Schlusslied “End Credits”, mit dem Musiker-Duo “Chase & Status” aufzunehmen, welches den Film noch einmal reflektiert (im Musikvideo) – nicht ganz meine Musikrichtung, aber durchaus eine gelungene Mischung, aber genug der Abschweifung.

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Der Film ist ein sehr spannendes Rachedrama mit Topbesetzung der Hauptrolle, welche die Gewalt die in der Gegend aufsaugt und in einer untröstlichen Situation diese mit aller Härte zurück feuert.

Genre: Action, Krimi, Drama

Regie: Daniel Barber

Drehbuch: Gary Young

Länge: 103 Minuten

FSK: 16

Jahr: 2009