Oh Boy (Film)

„Kennst du das Gefühl, dass dir die Leute um dich herum merkwürdig erscheinen? Und je länger du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir, dass nicht die Leute, sondern du selbst das Problem bist?“ (Niko Fischer)

Niko (Tom Schilling), ein Studienabbrecher, gleitet mit Ende 20 durch sein Leben. Er möchte daran teilnehmen, dabei fällt es ihm schwer seinen eigenen Platz zu finden. Auf seiner Reise durch Berlin, trifft er auf viele komisch, aber auch tragische Situationen.

So trifft er zum Beispiel seine ehemalige Klassenkameradin Julia, welche immer noch mit ihren seelischen Problemen ihrer Kindheit kämpft, da sie aufgrund ihres Gewichts gemobbt wurde. Oder auch seinen Vater, der die Überweisungen auf Nikos Konto stoppt.

Was sich komisch durch den ganzen Film zieht, ist das er keinen Kaffee bekommt – ob er ihn am Ende doch trinken kann, dafür muss man den Film schon schauen.

ansicht 01 620x438 Oh Boy (Film) © Schiwago Film, Foto: Philipp Kirsamer (auch Beitragsbild)

Diese vielfach ausgezeichnete Tragikomödie (u.a. deutscher Filmpreis in Gold) , von Jan-Ole Gerster, ist meiner Meinung nach absolut sehenswert, wenn nicht sogar Pflicht.

Die Figuren sind so klasse geschrieben und gespielt, besonders Tom Schilling mit der selbstironischen Rolle des Niko. Wie er schon etwas verloren, in der Großstadt auf der Suche ist nach Verständnis und einem richtigen Ziel in seinem Leben, ist absolut fantastisch und auch nicht realitätsfern.

Ein richtiger Erzählstrang ist nicht vorhanden, da die einzelnen Situationen und auf diese kommt es hauptsächlich an, episodenhaft dargestellt werden. Insgesamt spielt der Film an einem kompletten Tag und wurde in etwas mehr als einem Monat gedreht.

Die komischen Dialoge, selbst in so manch tragischen Umständen, machen den Film zu einem Erlebnis. Gedreht wurde der Film in Farbe, aber im Nachhinein komplett in schwarz-weiß bearbeitet, was für mich diesen Film nochmal einen besonderen Charme und Ästhetik gibt.

ansicht 03 620x437 Oh Boy (Film) © Schiwago Film, Foto: Philipp Kirsamer

Genre: Drama, Komödie

Regie & Drehbuch: Jan-Ole Gerster

Länge: 83 Minuten

FSK: 12

Jahr: 2012