Schräger als Fiktion (Film)

“Sind Sie kürzlich jemanden begegnet, der Sie zutiefst verabscheuen könnte?” (Prof. Jules Hilbert) – “Ich bin Steuerfahnder – alle Menschen hassen mich!” (Harold Crick) – “Klingt nach einer Komödie.” (Prof. Hilbert)

Der Angestellte der US-Bundessteuerbehörde Harold Crick (Will Ferrell) führt ein sehr einsames und unaufregendes Leben, als er eines Tages eine Stimme hört, die alles sagt was er gerade macht.

Was er nicht weiß das er die Hauptfigur des neuen Romans, von Karen Eiffel (Emma Thompson) ist, welche ihre Hauptfiguren am Ende immer sterben lässt. Nun versucht Harold herauszufinden wer diese Frau ist, die er hört.

Er begegnet auf seiner Suche der Bäckerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal), die ihn verachtet aufgrund seines Jobs, sich aber im Verlauf romatische Gefühle einstellen. Weiterhin sucht er Hilfe bei dem Literaturexperten Prof. Jules Hilbert, der die Autorin und demzufolge auch von Harolds gehörte Stimme, finden will.

2016 szd 16 hr Schräger als Fiktion (Film)               © 2006 Crick Pictures LLC. All Rights Reserved.

Erzählerisch nimmt seinen eigenwilligen Lauf, voller komödiantischer und romantischer Wendungen. Will Ferrell spielt in diesem Film, nicht ausschließlich komisch, mit feinfühligem Humor, sondern auch dramatisch, mit sensibler Verletzlichkeit und zeigt seine Wandlungsfähigkeit, wie ich finde.

Die schöne Konditorin, dargestellt von Maggie Gyllenhall, ist der Hauptpart der Harlods Leben sehr stark beeinflusst, indem er sich zum ersten Mal in seinem tristen Leben verliebt. Mit ihrer anfänglichen Aggressivität wandelt sie sich zu einer sehr verständnisvollen und liebenden Person.

Emma Thompson spielt die Schriftstellerin, die eine Schreibblockade hat und bekommt von ihrem Verlag eine “Aufseherin” (Queen Latifah) aufgezwängt, damit ihr Buch vollendet wird. Beide spielen sehr überzeugend genau wie Dustin Hoffman, als Prof. Hilbert, was aber bei ihm wie gewohnt klar ist.

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Mich hat an diesem Film besonders die Geschichte (Zach Helm schrieb das Drehbuch) fasziniert, da es einmal was komplett anderes ist, was man sonst so sieht.

Die Tatsache das die Schriftstellerin Zugang auf die Handlungsweise dieses Mannes hat, ist wie der Titel schon sagt “schräger als Fiktion” und hat mich nicht nur als Will Ferrell Fan überzeugt, sondern auch als Zuschauer, der gern mal etwas ab von der Norm anschaut.

Regiesseur Marc Forster, zuletzt für einige große Blockbuster verantwortlich, bringt die Geschichte mit sehr viel Feingefühl dem Zuschauer nahe und inszeniert diese aber nicht überzogen kitschig, wie man es vielleicht erwartet. Trotzdem ist die Mischung aus dem wahren Leben mit Erfindung sehr reizvoll.

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Für alle die Geschichten mit subtilem Humor, Gefühl und mit dem Schuss Verrücktheit stehen ist der Film genau das Richtige. Auf jedenfall ist er ein gelungenes Werk, was denke ich hier bei uns in Deutschland etwas untergegeangen ist.

Genre: Komödie, Drama, Fantasy

Regie: Marc Forster

Drehbuch: Zach Helm

Länge: 113 Minuten

FSK: 6

Jahr: 2006